Am 18. Mai fand im SUD eine Orientierung über die beantragten 15 flächendeckenden Begegnungszonen im Wettstein statt. Der Anlass, organisiert vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel, war gut besucht – und nach anfänglicher Polemik fanden die Nachbar:innen dann zum gemeinsamen, konstruktiven Gespräch zusammen.

Die Orientierung zu den Begegnungszonen, die jeweils 1/3 aller Haushalte pro Strassenabschnitt beantragt haben, übernahm Rolf Siegenthaler, Projektleiter für Begegnungsstrassen beim Bau- und Verkehrsdepartement. 

Er rekapitulierte nochmals, was eine Begegnungszone bedeutet: Erstens Tempo 20, das heisst, alle Fahrzeuge, auch Ebikes, dürfen maximal 20 km/h fahren, zweitens Vortritt für Fussgänger:innen, was bedeutet, dass alle Fahrzeuge, auch Velos, Menschen, die zu Fuss gehen, den Vortritt geben müssen.

Die Nutzung der Strasse ist frei für alle, und Kinder, spielende Erwachsene, Nachbarinnen und Nachbarn haben ein Recht die Strasse zu nutzen. Alle Fahrzeuge haben diese Nutzung zu respektieren, also anhalten und warten, bis der Weg wieder frei ist (bis also die Kinder ihr Hüpfspiel, die Erwachsenen ihr Federballspiel unterbrochen haben); gegenseitige Rücksichtnahme ist da erforderlich.

Drittens ist die Begrünung im Konzept der Begegnungsstrassen wichtig, allerdings nur in grösseren Pflanzkübeln. Die Pflanzen müssen von den Anwohner:innen gegossen und gepflegt werden.

Markiert werden die Begegnungszonen mit einem Schild, das auf die 20 km/h hinweist und auf spielende, spazierende Menschen, die, wie gesagt, den Vortritt haben. Wenn alle Strassen im unteren Wettsteinquartier zustimmen und die angekündigte «gesamthafte Planung» zustande kommt, gibt es farbig markierte Eingangsbereiche dort, wo in die grössere, flächendeckende Tempo-20-Zone eingefahren wird, voraussichtlich mit einer Schwelle.

Die anschliessende Gelegenheit, um Verständnisfragen zu stellen, nutzten dann einige Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers (die grösstenteils nicht in den beantragten Begegnungszonen wohnen), um ihren Ärger, ihrem Frust Luft zu machen. Sowohl das Verfahren wie auch die Idee an sich gaben Anlass zu lautstarker Kritik und heftigen Wortmeldungen, die aber allesamt sachlich und ruhig beantwortet wurden.

Die Anwohner:innen setzten sich dann in Gruppen zusammen und besprachen die Ideen und Chancen, aber auch die Schwierigkeiten, die sich aus den vorgelegten Plänen für die jeweiligen Strassenabschnitte ergeben. Die Einwände und Vorschläge sind in einem ausführlichen Protokoll aufgeführt, das hier zu finden ist.

 

Wie geht es nun weiter?

Bis am 21. Juni müssen alle Vorschläge und Ideen, die jeder Haushalt für den jeweiligen Strassenabschnitt vorbringen möchte, per Post ans BVD zugesandt werden (im zugestellten Couvert, samt Plänen und dem ausgefüllten Fragebogen). Daraufhin setzt sich das Baudepartement mit diesen Vorschlägen auseinander und setzt in den überarbeiteten Plänen um, was möglich ist (nicht alle Wünsche können berücksichtigt werden, es gibt gesetzliche und planerische Vorgaben, die eingehalten werden müssen).

Dann, wahrscheinlich Ende Jahr (ist aber noch unsicher) erhalten alle Haushalte der Strassen, die eine Begegnungszone beantragt haben, den letzten Stand der Planung, und es gibt strassenweise eine Abstimmung. Stimmen mindestens 2/3 aller Haushalte, die sich an der Abstimmung beteiligen, zu, ist die Begegnungszone im jeweiligen Strassenabschnitt genehmigt und kann umgesetzt werden.

(ck)

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